Hans Ulrich Schwaar

Hans Ulrich Schwaar, geboren 1920 in Sumiswald, hätte Sprachen und Psychologie studieren wollen. Doch auf Geheiss seines Vaters trat er ins Seminar Muristalden ein und wurde Lehrer. Zunächst unterrichtete er in Trubschachen, dann im Gohl und schliesslich in Langnau. Hier gründete er 1970 die Weiterbildungsklasse (WBK).

1982 liess er sich pensioniern und lebte fortan zu grossen Teilen bei den Samen in finnisch Lappland.

2014 verstarb Hans Ulrich Schwaar in Lappland.

Er hat sich vor allem auch einen Namen als Übersetzer, Schriftsteller und Kunstsammler gemacht.

2005 erhielt er das Ehrenbürgerrecht von Langnau i/E.


Filme mit H.U. Schwaar


Die Filme "Näkkälä" und "Daheim in Näkkälä" sind auf DVD erhältlich.


Kurzbiografie

 31.1.1920

 

Hans Ulrich Schwaar kam als ältester von 5 Geschwistern in Sumiswald auf die Welt.

1928

 

 

 

 

Die Familie zügelte nach Eggiwil. Hans Ulrich blieb bei einem Bruder der Mutter in Sumiswald, besuchte dort die Sekundarschule. Immer am Wochenende kam er mit dem Velo und besuchte seine Familie in Eggiwil. Das 9. Schuljahr absolvierte er an der Musterschule in Bern; diese diente zugleich als Übungsschule des Seminars.

1934   Die Familie zügelte nach Worb.
1935–39   Besuch des Evangelischen Lehrerseminars Muristalden in Bern.

1940–45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehrheitlich im Militärdienst, u.a. 1944/45 Kdt. des Deutschen Interniertenlagers in Grosswangen (LU). Die persönlichen Entfaltungsbedürfnisse waren massiv eingeschränkt und doch war neben der Ausbildung zum Offizier auch die zweisemestrige Turnlehrer- Ausbildung an der Universität Basel möglich. Die damals harte Soldatenerziehung vermochte ihn entscheidend zu beeinflussen.

Weiterstudium:

Universität Basel: Turnen, Sport, Musik.

Universität Neuenburg: Französisch.

Universität Umea (Schweden): Samische Geschichte und Mythologie.

Sprachaufenthalte: Bournemouth und Edinburgh.

Reisen Nordeuropa, mehrere Reisen nach Russland (Sibirien), Zentralasien, Mongolei.

 

Bis 1968

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielseitige und erfolgreiche sportliche Betätigung als Leichtathlet, Mehrkämpfer,

Militärradrennfahrer und Orientierungsläufer, bis ein Skiunfall mit schweren Komplikationen und Folgen ihm die bevorstehende Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Helsinki (1952) verunmöglichte. Hans Ulrich Schwaar gehörte zu den ersten Schweizern, die 1950 in Schweden und 1956 in Finnland an einem Orientierungslauf teilnahmen. Der Sport hatte ihn gefesselt und liess ihn fortan erfolgreich und innovativ als Leiter und Trainer im Vorunterricht und in freien Trainingsgruppen wirken. Neben der Lektüre des Nordnorwegers Knut Hamsun waren es auch die vielen sportlichen Erlebnisse in Skandinavien, die Hans Ulrich Schwaar 1982 bewogen, nach Lappland zu ziehen, wo er seither bis zu seinem Tod jeweils den grössten Teil der Jahre verbrachte.

Bis 1982

 

 

 

 

Als Lehrer in Trubschachen, Gohl und Langnau tätig. Gründer der Weiterbildungsklasse (WBK). Als erster organisierte er schon 1940 einen Schüler-

Orientierungslauf in der Schweiz, und in Gohl wurde zum ersten Mal in einer Schweizer Schule Trampolin gesprungen.

1975

 

 

 

 

 

 

 

Beginnt seine schriftstellerische Tätigkeit als Übersetzer ins Berndeutsche und in die Schriftsprache aus der französischen, finnischen, schwedischen und norwegischen Sprache sowie mit Erzählungen biografischen und ethno-grafischen Charakters. Hans Ulrich Schwaar verzichtet dabei bewusst auf Sensationelles sowie auf kriminelle und sexuelle Thematiken und versucht, für Andersdenkende und am Rande der menschlichen Gesellschaft lebende Menschen und Kulturen Verständnis zu wecken.

Hans Ulrich Schwaar verfasste 39 Bücher. Sein letztes Werk erschien 2013.

1984

 

 

 

1982

 

Seine grosse Sammlung an Kunstwerken wird in die «Stiftung Kunst auf dem Lande» überführt, später umbenannt in «Stiftung Hans Ulrich Schwaar» Schwaar war ein grosser Kunstförderer und Sammler von Schweizer und samischer Kunst.

Auszeichnungen

Literaturpreis des Kantons Bern.

1988   Ritterorden der weissen Rose, Finnland
1992   Kulturpreis des Kantons Bern
2005   Ehrenbürger der Gemeinde Langnau
2005   Ehrenkrawatte der Universität Tampere

03.2.2014

 

  Hans Ulrich Schwaar verstarb nach kurzer Krankheit in Äkäslompolo, einem

Ort in seiner Wahlheimat von Finnisch Lappland.

    Monika Keller, Gysenstein